FOOD FOR THOUGHTS 19: Die Jahreszielgespräche - Wichtige Wegweiser im Berufsalltag

FOOD FOR THOUGHTS 19: Die Jahreszielgespräche - Wichtige Wegweiser im Berufsalltag

In vielen Unternehmen ist es nun wieder soweit: Die Jahreszielgespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeiter stehen an. Was Sie als Vorgesetzter beachten sollten, damit das Gespräch für beide Seiten gelingt, erfahren Sie hier.

 

Das Jahreszielgespräch - meist unter 4 Augen abgehalten - bietet Vorgesetzten zum einen die Möglichkeit, allgemeine Unternehmensziele in konkreten Arbeitsprozessen zu verankern. Zum anderen gibt es aber auch Ihren Mitarbeitern Orientierung, motiviert sie, zeigt Wertschätzung und Loyalität. Richtig und regelmässig eingesetzt, können Jahreszielgespräche sogar innere Kündigung oder Fluktuation verhindern.

 

So gelingen die Gespräche mit Ihren Mitarbeitern: Die Vorbereitung

  • Planen Sie die Gespräche rechtzeitig ein und informieren Sie Ihre Mitarbeiter früh. Das gibt beiden Seiten genügend Zeit zur Vorbereitung.
  • Was sind die allgemeinen Unternehmensziele für das kommende Jahr und welche Ziele lassen sich - aus Führungssicht - konkret daraus für den jeweiligen Mitarbeiter ableiten? Vermeiden Sie dabei Überforderung ebenso wie Unterforderung.
  • Ziele selbstverantwortlich und in eigener Entscheidung zu formulieren und umzusetzen, wird Ihren Mitarbeiter eher motivieren als nur “von oben” diktierte Ziele.
    Achten Sie deshalb darauf, die Selbstverantwortung und Entscheidungsmöglichkeiten des Mitarbeiters zu berücksichtigen.
  • Welche Ziele aus dem vergangenen Jahr wurden erreicht, welche sind noch offen? Welche Tipps und Hilfestellungen können Sie als Führungskraft geben, um hier weiterzukommen?

Achtung: Bei diesem Gespräch geht es ausschließlich um vorangegangene und neu gesetzte Ziele. Es ist kein Kritik- oder Beurteilungsgespräch, sondern dient der neutralen Ausrichtung und Absprache für die künftige Zusammenarbeit. In diesem Sinne sollte die Gesprächsatmosphäre angenehm und konstruktiv sein - ohne Schuldzuweisung.

 

Die vier Phasen des Jahreszielgesprächs

 
  • Ist-Analyse – Die aktuellen Anforderungen im Arbeitsbereich des Mitarbeiters und sein eigener Bedarf stehen im Fokus des ersten Gesprächabschnitts. Die Zielvereinbarung des Vorjahres wird ausgewertet und überprüft. In der Ist-Analyse sollte eine gemeinsame Sichtweise erlangt und ausformuliert werden, die für beide Seiten tragbar ist.
  • Ziel-Vereinbarung in relevanten Aspekten. Die hier zu setzenden Schwerpunkte werden je nach Unternehmen und Mitarbeiter unterschiedlich sein, wie z.B. Leistung, Verhalten, Umsatz, Projekte, Akquise, Kundenentwicklung oder auch Zusammenarbeit im Team.  Es hat sich in der Praxis bewährt, die Ziele nicht nur einmal jährlich zu betrachten, sondern auf Zwischenschritte (Milestones) herunterzubrechen.
  • Realisierungsphase – Nun werden konkrete Ziele definiert und in einen zeitlichen Rahmen gesetzt. Was wird der Mitarbeiter eigenverantwortlich leisten, wo ist die Unterstützung seines Vorgesetzten nötig und wo muss an Kollegen delegiert werden? Welche Ziele haben Priorität, welche sind dagegen nachrangig? Wann werden die Zwischenschritte überprüft und wann wird es Feedback geben?
  • Zielerreichung – Wann genau gilt das Ziel als erreicht, gibt es Boni oder Gratifikation anhand eines Entlohnungssystems?
    Das Gespräch wird schriftlich festgehalten und dem Mitarbeiter eine Kopie zur Verfügung gestellt.

Praktische Tipps

  • Planen Sie das Gespräch rechtzeitig im Voraus und laden Sie den Mitarbeiter circa 14 Tage davor schriftlich ein.
  • Ein ruhiger, möglichst neutraler Raum sorgt für ein vertrauensvolles, konzentriertes Gesprächsklima. Alle notwendigen Utensilien und Unterlagen sowie Getränke stehen bereit, Störungen durch Anrufe oder Benachrichtigungen werden vermieden.
  • Ist es möglich, an einem runden Tisch oder im 90°-Winkel zueinander Platz zu nehmen? Das nimmt dem Gespräch den konfrontativen Charakter.
  • Planen Sie genügend Zeit zur Vorbereitung, für das Gespräch selbst und die Nachbereitung ein. Wenn möglich, sollten keine Termine direkt im Anschluss vergeben werden.
  • Achten Sie auf klare, SMART formulierte Zielbeschreibungen (SMART = Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch, Terminiert)

Gehen Sie neutral oder positive gestimmt in das Gespräch. Die Offenheit für die Sichtweise Ihres Gegenübers trägt zu einem erfolgreichen Gespräch und langfristig zu einem vertrauensvollen, konstruktiven Miteinander in Ihrem Unternehmen bei.

 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
Ihre Anne-Rose Raisch